SCHINKELS MITTE

Der große Baumeister und sein Erbe in Mitte

In Berlins „Historischer Mitte" stehen in einem Radius von weniger als 500 Metern noch fünf vollständig erhaltene, bzw. nach dem Krieg rekonstruierte Gebäude, die Schinkel geplant und gebaut hat. Hinzu kommen Plätze und Orte, an denen andere seiner Gebäude ihren Platz hatten.

DER ORT

Die Historische Mitte umfasst das Gebiet zwischen dem Neuen Tor im Norden und dem Halleschen Tor im Süden, sowie zwischen dem Alexanderplatz im Osten und dem Brandenburger Tor im Westen.

 

Es sind also die alten Stadtgebiete Friedrichstadt, Dorotheenstadt, Cölln, Berlin und Friedrichswerder.

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DIE FÜHRUNG

Inhalt

Wir beginnen mit dem Schauspielhaus (1818-1821), das Schinkel an der Stelle des kurz zuvor niedergebrannten Vorgängerbaus von Carl Gotthard Langhans errichtete. Es gehört neben dem Deutschen und dem Französischen Dom zum Ensemble des Gendarmenmarktes - dem wohl schönsten Platz der Stadt.

 

Unweit hiervon befindet sich Friedrichswerder, eine ursprünglich selbstständige Vorstadt, die der dortigen Friedrichswerderschen Kirche (1824-1830) ihren Namen gegeben hat. Anders als das streng klassizistische Schauspielhaus, ist die Kirche im Stile einer sachlichen Neugotik umgesetzt. Zusammen mit der nebenan errichteten und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wiederaufgebauten Bauakademie (1832-1836) bildet sie die Umsetzung der aus Schinkels England-Reise mitgebrachten Renaissance des „Ziegelrohbaus".

 

Die Kirche ist seit 1987 auch Schinkel-Museum, mit vielen Exponaten und Skulpturen aus der Schinkelzeit. Ihr Inneres ist weitgehend bewahrt. Wir verlassen den Bereich südlich der Linden und kommen zur Neuen Wache (1816-1818), Schinkels erstem Bau in Berlin.

 

Das Gebäude diente zum einen als Unterbringung für die Wachsoldaten des Schlosses und des Kronprinzenpalais, zum anderen war es Denkmal für die Befreiungskriege (1813-1815). Heute dient es als „Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft". Weiter in Richtung Osten kommen wir zur Schlossbrücke (1821-1824).

 

Schinkel hatte die Idee zur Brücke, da ihm die Vorgängerbrücke nicht repräsentativ genug für die Verbindung des sich prächtig entwickelden Boulevards Unter den Linden und dem Schloss schien. Sowohl die Brückenform, als auch die maritimen Geländer und die Vorlagen für die acht Marmorskulpturen stammen von ihn. Am Ende der Brücke folgte im Süden das Berliner Schloss, dessen Wiederaufbauarbeiten bereits begonnen haben und mit dessen Fertigstellung noch in diesem Jahrzehnt zu rechnen ist.

 

Als Architekt des Königs hat Schinkel natürlich auch bei diversen Umbauarbeiten am Schloss mitgewirkt. Wir werden in der Humboldt-Box auf der Baustelle die Pläne zum Wiederaufbau unter die Lupe nehmen und versuchen zu analysieren, wie Schinkel sich wohl zu dem nach wie vor umstrittenen Projekt geäußert hätte. Nördlich des Schlosses hat Schinkel zusammen mit dem Gartenarchitekten Josef Peter Lenné den Auftakt zur Museumsinsel geplant. Von Lenné stammt der Entwurf des Lustgartens, der integraler Bestandteil der Planungen zu einem der ersten Museumsbauten in Deutschland überhaupt sein sollte - dem Alten Museum (1823-1830), das damals noch Neues genannt wurde.

 

Die zentral im Museum angeordnete Rotunde - eine der schönsten Räume in der ganzen Stadt - ist dem Pantheon, bzw. der Sala Rotonda in Rom nachempfunden und bildet daher einen direkten Zusammenhang zu Schinkels Italien-Reisen. In der benachbarten Alten Nationalgalerie (1866-1876), deren Bau zwar nicht mehr von Schinkel, aber von seinen Schülern Stüler und Strack geplant und umgesetzt wurde, finden sich nicht nur architektonische Ansätze der Schinkelschule wieder, sondern auch eine Reihe von Exponaten des Protagonisten. In einer Führung durch dieses wunderbare Gebäude werden wir uns aber nicht nur ihm widmen sondern unsere Aufmerksamkeit u.a. auch auf die Werke Menzels (Flötenkonzert), Krüger (Parade auf dem Opernplatz) oder Schadow (Prinzessinnengruppe) richten.

Schwerpunkte

  • Schinkels sowohl erhaltene als auch niedergelegte Bauwerke

  • Die Berliner Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert

  • Geschichte und Architektur

Dauer

Etwa 3 Stunden

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