FORUM FRIEDERICIANUM

Der König als Städteplaner

Das Forum Fridericianum (lateinisch für Friedrichsforum) im Berliner Ortsteil Mitte ist ein Platz am Anfang der Prachtstraße Unter den Linden, der von der Schloßbrücke bis zum Reiterstandbild Friedrichs des Großen reicht.

DER ORT

Begonnen wurde mit der Umsetzung nach der Amtsübernahme durch den jungen König im Jahre 1740. Doch schon zu seinen Kronprinzenjahren in Rheinsberg hat Friedrich zusammen mit seinem Freund Knobelsdorff über das Vorhaben sinniert.

Entstanden ist eine Ansammlung verschiedener Bauten, die unter den Zeitgenossen des Königs nicht nur Befürworter hatten. Heute gilt der Platz aber als einer der Hauptattraktionen der historischen Mitte.

Erstes Projekt war die königliche Oper, 1741 - 1743 errichtet und heute als Staatsoper Unter den Linden bekannt. Knobelsdorff schuf das erste freistehende Opernhaus Deutschlands und, wie es damals hieß, das größte in Europa. Damit setzte er gleichzeitig die Maßstäbe für alle weiteren Bauten.

Etwas versteckt hinter der Oper liegt die St.-Hedwigs-Kathedrale, die Friedrich angesichts der aus dem von ihm eroberten Schlesien stammenden Katholiken genehmigte. Er spendierte das Grundstück und trug die Kosten für die Planung. Den Bau selbst finanzierten Katholiken aus ganz Europa. Vorbild war das Pantheon in Rom. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche von der DDR-Regierung wieder aufgabaut und ist heute eines der seltenen Zeugnisse einer sehr besonderen 50er-Jahre-Architektur.

Gegenüber der Kirche und der Oper steht die Alte Bibliothek, von den Berlinern wegen ihrer an das gleichnamige Möbelstück erinnernde Gestaltung nur „Kommode" genannt. Sie bildet den zeitlichen Abschluss des Forums, denn das Gebäude wurde erst 1780 fertig. Ihre neobarocke Form geht zurück auf Pläne für die Erweiterung der Wiener Hofburg und steht damit in starkem Kontrast zur Oper und Kirche.Auf dem Platz erinnern Gedenktafeln und vor allem die „Versunkene Bibliothek" an die Bücherverbrennung der Nazis im Mai 1933.

Das Forum wird durch die Straße „Unter den Linden" in eine Süd- und eine Nordseite getrennt. In der Mitte dazwischen steht das große Reiterstandbild Friedrichs II. Erst zum hundertsten Kronjubiläum Friedrichs im Jahre 1840, und damit immerhin 64 Jahre nach seinem Tod, ist mit dem Bau eines der bedeutendsten Skulpturen des 19. Jahrhunderts begonnen worden. Christian Daniel Rauch, der mit dem Grabdenkmal für die 1810 verstorbene Königinh Luise seinen Ruhm begründet hat, erhielt von Friedrich Wilhelm III., einem Großneffen des Alten Fritz, den Auftrag. Das Denkmal zeigt aber nicht nur den König, wie er mit Mantel und Dreispitz über die Linden ritt, sondern auch zahlreiche Personen seiner Zeit und ist damit ein hervorragende Visualisierung seines Lebens. Bereits zu DDR-Zeiten wurde im Rahmen einer Preußen-Renaissance das Denkmal an (fast) alter Stelle wieder aufgestellt.

Auf der anderen Straßenseite, der sogenannten „Akademie-Seite" der Linden markiert die Humboldt-Universität den nördlichen Abschluss des Forums. Zunächst hatte Friedrich vor, dort ein neues königliches Schloss zu bauen. Er selbst verwarf aber die Pläne und entschied sich dann für eine Residenz, die sein jüngerer Bruder Heinrich bewohnen sollte und somit auch Palais des Prinzen Heinrich genannt wurde.

Heinrich, der viel zu lange in der Geschichtsschreibung nahezu ausgeblendet wird, schien Friedrich in Geist, Intelligenz, Musik- und Kunstfreude in nichts nachgestanden zu haben. In Punkto militärischer Fähigkeiten gilt er vielen sogar als der bessere Feldherr. Aber er war eben der jüngere Bruder und damit klar untergeordnet. Im Wesen seinem Bruder wohl sehr ähnlich, hat genau dieser Umstand zu starken Spannungen, gleichwohl aber nie zum Zerwürfnis geführt. Wir wollen gerade auch die Rolle Heinrichs hier und in Rheinsberg besonders unter die Lupe nehmen.

Heinrich hat es allerdings vorgezogen, mit eigenem Hof in Rheinsberg zu residieren. Nach dessen Tod 1802 stand das Palais Unter den Linden für einige Jahre leer, bis 1810 auf Betreiben Wilhelm von Humboldts in Berlin eine Universität gegründet wurde, die ihren Lehrbetrieb im alten Palais des Prinzen Heinrich aufnahm.„

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DIE FÜHRUNG

Inhalt

Erstes Projekt war die königliche Oper, 1741 - 1743 errichtet und heute als Staatsoper Unter den Linden bekannt. Knobelsdorff schuf das erste freistehende Opernhaus Deutschlands und, wie es damals hieß, das größte in Europa.

 

Damit setzte er gleichzeitig die Maßstäbe für alle weiteren Bauten. Etwas versteckt hinter der Oper liegt die St.-Hedwigs-Kathedrale, die Friedrich angesichts der aus dem von ihm eroberten Schlesien stammenden Katholiken genehmigte. Er spendierte das Grundstück und trug die Kosten für die Planung. Den Bau selbst finanzierten Katholiken aus ganz Europa. Vorbild war das Pantheon in Rom. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche von der DDR-Regierung wieder aufgabaut und ist heute eines der seltenen Zeugnisse einer sehr besonderen 50er-Jahre-Architektur. Gegenüber der Kirche und der Oper steht die Alte Bibliothek, von den Berlinern wegen ihrer an das gleichnamige Möbelstück erinnernde Gestaltung nur „Kommode" genannt. Sie bildet den zeitlichen Abschluss des Forums, denn das Gebäude wurde erst 1780 fertig. Ihre neobarocke Form geht zurück auf Pläne für die Erweiterung der Wiener Hofburg und steht damit in starkem Kontrast zur Oper und Kirche.

 

Auf dem Platz erinnern Gedenktafeln und vor allem die „Versunkene Bibliothek" an die Bücherverbrennung der Nazis im Mai 1933. Das Forum wird durch die Straße „Unter den Linden" in eine Süd- und eine Nordseite getrennt. In der Mitte dazwischen steht das große Reiterstandbild Friedrichs II. Erst zum hundertsten Kronjubiläum Friedrichs im Jahre 1840, und damit immerhin 64 Jahre nach seinem Tod, ist mit dem Bau eines der bedeutendsten Skulpturen des 19. Jahrhunderts begonnen worden.

 

Christian Daniel Rauch, der mit dem Grabdenkmal für die 1810 verstorbene Königinh Luise seinen Ruhm begründet hat, erhielt von Friedrich Wilhelm III., einem Großneffen des Alten Fritz, den Auftrag.

 

Das Denkmal zeigt aber nicht nur den König, wie er mit Mantel und Dreispitz über die Linden ritt, sondern auch zahlreiche Personen seiner Zeit und ist damit ein hervorragende Visualisierung seines Lebens. Bereits zu DDR-Zeiten wurde im Rahmen einer Preußen-Renaissance das Denkmal an (fast) alter Stelle wieder aufgestellt. Auf der anderen Straßenseite, der sogenannten „Akademie-Seite" der Linden markiert die Humboldt-Universität den nördlichen Abschluss des Forums. Zunächst hatte Friedrich vor, dort ein neues königliches Schloss zu bauen.

 

Er selbst verwarf aber die Pläne und entschied sich dann für eine Residenz, die sein jüngerer Bruder Heinrich bewohnen sollte und somit auch Palais des Prinzen Heinrich genannt wurde. Heinrich, der viel zu lange in der Geschichtsschreibung nahezu ausgeblendet wird, schien Friedrich in Geist, Intelligenz, Musik- und Kunstfreude in nichts nachgestanden zu haben. In Punkto militärischer Fähigkeiten gilt er vielen sogar als der bessere Feldherr. Aber er war eben der jüngere Bruder und damit klar untergeordnet.

 

Im Wesen seinem Bruder wohl sehr ähnlich, hat genau dieser Umstand zu starken Spannungen, gleichwohl aber nie zum Zerwürfnis geführt. Wir wollen gerade auch die Rolle Heinrichs hier und in Rheinsberg besonders unter die Lupe nehmen. Heinrich hat es allerdings vorgezogen, mit eigenem Hof in Rheinsberg zu residieren.

 

Nach dessen Tod 1802 stand das Palais Unter den Linden für einige Jahre leer, bis 1810 auf Betreiben Wilhelm von Humboldts in Berlin eine Universität gegründet wurde, die ihren Lehrbetrieb im alten Palais des Prinzen Heinrich aufnahm. mit dem Schauspielhaus (1818-1821), das Schinkel an der Stelle des kurz zuvor niedergebrannten Vorgängerbaus von Carl Gotthard Langhans errichtete. Es gehört neben dem Deutschen und dem Französischen Dom zum Ensemble des Gendarmenmarktes - dem wohl schönsten Platz der Stadt.

Schwerpunkte

  • Städtebauliche Situation und Architektur

  • Geschichte des Platzes

Dauer

Etwa 45 Minuten

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