Das Bühnenbild


Wie viele seiner Zeitgenossen betrachtete Schinkel das Theater als „moralische Anstalt“, als ein Mittel der Bildung und sittlichen Veredelung des Menschen, und es war ihm ein tiefes Bedürfnis, als bildender Künstler zu seinem Gedeihen beizutragen. Nur so ist es zu verstehen, dass er nch im Jahre 1813, als er bereits im Staatsdienst stand, dem Intendanten der Königlichen Schauspiele, August Wilhelm Iffland seine Deinste als ehrenamtlicher Dekorationsmaler anbot, allerdings ohne Erfolg. Erst dessen Nachfolger, Graf Karl von Brühl, war zur Zusammenarbeit mit Schinkel bereit und beauftragte ihn 1815 mit dem Bühnenbild zu Mozarts „Zauberflöte“. Die Premiere fand am 18. Januar 1816 in der Lindenoper mit großem Erfolg statt; die Kritiker feierten Schinkels zwölf Dekoratiionen enthusiastisch. E.T.A. Hoffmann schrieb im dramaturgischen Wochenblatt“: Alles fasst sich mit einem Blick in einem großen Eindruck zusammen, und Zeit und Aufmerksamkeit sind für den ungestörten Fortgang des Schauspiels gespart.“ In der Tat war es das Ziel Schinkels, wie der Bühnenmalerei des Klassizismus überhaupt, in der Dekoration den Gehalt der Szene bildkünstlerisch zu verdichten und den Zuschauer auf Handlung, Wort oder Musik emotional einzustimmen. Den Palast der Königin der Nacht versinnbildlichte Schinkel durch eine von Wolken umrahmte majestätische Kuppel aus Sternen - eine geniale Bildidee, die mannigfachen Assoziationen Raum gibt. Im Anschluss schuf Schinkel über hundert Bühnenbildentwürfe zu vierzig Opern und Schauspielen.