Pelster und Wendling im Oderbruch

Zur Vorbereitung der im Juli stattfindenden Fontane-Tour sind die beiden Reiseleiter, Dr. Theodor Pelster aus Krefeld und Sascha Wendling, Inhaber von Quadriga, durch den Oderbruch gefahren.

Der ausgewiesene Literatur-Spazialist Dr. Pelster und Berlin-Kenner Wendling kennen sich seit einer Studienreise nach Berlin, an dem Dr. Pelster teilgenommen hat und die von Quadriga durchgeführt wurde. Auf einer weiteren Berlin-Reise haben die beiden beschlossen, eine gemeinsame Studienreise mit den Schwerpunkten Literatur und Politik im Preußen des 19. Jahrhunderts auszuarbeiten und anzubieten.  Zur Vorbereitung dieser Reise ist nun Dr. Pelster nach Berlin gekommen und hat sich von dort mit Sascha Wendling aufgemacht, den Oderbruch zu erkunden.

Erstes Ziel war Frankfurt an der Oder, mit dem Kleist-Museum als Anlaufstelle. Es zählt zu den besten Literatur-Museen in Deutschland und bietet bereits einen guten Einblick in die Literatur-Szene des beginnenden 19. Jahrthunderts. Außerdem wurden Marien-Kirche und Teile der Altstadt besichtigt.

Von Frankfurt aus wurde über die bereits mit sichtbaren Hochwasser gefüllten Oder das Nachbarland Polen erreicht. In Kostrzyn (Küstrin) zeigten sich die beiden beeindruckt vom "Pompeji an der Oder". Die Küstriner Altstadt wurde in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges von Hitler zur Festung ernannt, was gleichbedeutend war mit dem Befehl, die Stadt bis "zur letzten Patrone und bis zum letzten Mann" zu verteidigen. Im Rahmen der am 12. Januar 1945 begonnenen großen Offensive der Roten Armee wurde die Altstadt stark zerstört und 1967 dann bis auf die Grundmauern abgetragen. Heute kann man dort noch eben diese Grundmauern, neben Kopfsteinpflaster, Gehwegen oder Haustreppen, die ins Nichts führen, entdecken. Noch beeindruckender sind die Überreste des Schlosses, in dem der junge Kronprinz Friedrich (der spätere Große) und sein Freund Katte inhaftiert waren. Beide wurden nach Ihrem Fluchtversuch aus Preußen hierher gebracht. Aus seiner Gefägniszelle musste Friedrich mit ansehen, wie sein Freund auf dem Innenhof exekutiert wurde.

Aus Küstrin ging es zurück nach Deutschland, in das beschauliche Örtchen Litschin. Hier hat Theodor Fontane regelmäßig seine Eltern besucht, die die heute noch existierende Dorf-Apotheke betrieben. In der ebenfalls noch bestehenden Gaststätte "Zum Alten Fritz" hat Fontane die Vorlage zu seiner Kriminal-Novelle "Unterm Birnbaum" gefunden. In der Gaststätte konnten sich Pelster und Wendling nicht nur von der Königstreue des heutigen Gastwirtes überzeugen, sondern auch vom immer noch erhaltenen Zuschnitt des Gastraumes. Das Denkmal des Alten Fritz, der Schinkel-Turm als Überbleibsel einer vom großen Baumeister entworfenen Kirche und das Heimatmuseum, das sich mit dem Werk von Fontane beschäftigt, wurden ebenso inspiziert.

Zum Abschluss wurde noch Neuhardenberg besichtigt. Das gleichnamige Schloss wurde von König Friedrich Wilhelm III. seinem Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg vermacht, der das Schloss und den Ort in Neu-Hardenberg umbenannte. Das Schloss wurde vor einigen Jahren umfangreich saniert und erstrahlt in neuem Glanz. Schloss, Schlosspark und Orangerie werden ergänzt durch die Schinkelkirche vor dem Anwesen. Auch diese wurde vor einigen Jahren vollständig saniert.

Beide Reiseleiter sind sich am Ende einig, dass alleine diese eine der insgesamt drei Tages-Exkursionen bei den Teilnehmern nachhaltig wirken wird.

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