Schinkel. Entwürfe für Bildhauer

 

 

Infos

Die Alte Nationalgalerie zeigt in einer Studioausstellung die unbekannten "Entwürfe für Bildhauer", die der große preußische Architekt Schinkel zeichnete.

Schinkel. Entwürfe für Bildhauer

28. September bis 08. Januar 2012


Alte Nationalgalerie
Staatliche Museen zu Berlin
Museumsinsel Berlin
Bodestraße
10117 Berlin

Öffnungszeiten
Mo-So 09–18 Uhr, Do 09-22 Uhr

 

 

Beschreibung der Ausstellung

 

Schinkels Leistungen als Architekt sind unumstritten. Doch war Schinkel weit mehr. Er war Universalkünstler, der als Zeichner, Maler, Bühnenbildner, Raumgestalter und Designer ebenso Überragendes leistete. Bereits der Zeitgenosse Clemens von Brentano scheute den Vergleich mit Michelangelo und Raffael nicht, rühmte an Schinkel »eine so ganze Kunstnatur an Umfang, als es irgendeiner der großen Italiener war«. Weithin unbekannt ist dagegen der Bildhauer Schinkel, der nachweislich nie selbst modellierte oder den Meißel führte, in gezeichneten Entwürfen seinen Vorstellungen von Skulptur jedoch dezidiert Ausdruck verlieh. lhn gilt es zu entdecken.

Kurz nach der Rückkehr von seiner Italienreise 1803-05 machte Schinkel nicht, wie zu erwarten wäre, als Architekt auf sich aufmerksam, sondern - mit dem Entwurf zu einem Luther-Denkmal - als Bildhauer. Alle Hoffnungen auf eine Ausführung des Denkmals zerschlugen sich mit der preußischen Niederlage in der Schlacht von Jena und Auerstedt. Auch das Baugeschehen kam zum Erliegen, bis Schinkel 1816 den Auftrag zur Neuen Wache erhielt, die am Anfang von seiner eigentlichen Karriere als Architekt steht. Schinkel entwarf dabei nicht nur die Architektur, sondern auch das Relief im Giebel und die kleinen Viktorien über den Säulen. Beides sollte Johann Gottfried Schadow (1764-1850), Hofbildhauer und Direktor der Akademie der Künste, nach Schinkels Angaben ausführen, was zwangsläufig zu Zerwürfnissen führen musste.

In der Nachfolge der Neuen Wache legte Schinkel Bildhauern, besonders Christian Friedrich Tieck (1776-1851), in späteren Jahren auch August Kiß (1802-1865), immer wieder Skizzen und Zeichnungen zu Statuen und Giebelreliefs zur Ausführung vor: angefangen bei den Statuengruppen für die Berliner Schlossbrücke, über Entwürfe zu den Giebeln des Schauspielhauses und dem Dachschmuck des Alten Museums bis hin zu Meisterwerken des Berliner Bronzegusses wie den Nymphen auf Meerwesen für den Brunnen des Gewerbe-Instituts. Anhand von etwa drei Dutzend Zeichnungen, vom großformatigen Aquarell bis zur kleinen, intimen Skizze, gibt die Ausstellung einen überraschenden Einblick in einen bisher weitgehend unbeachteten Aspekt von Schinkels Werk.