HITLER UND DIE DEUTSCHEN

 

Infos

Ausstellung über den Nationalsozialismus

Unser Angebot zur Ausstellung

HITLER UND DIE DEUTSCHEN
Volksgemeinschaft und Verbrechen

bis 27. Februar 2011

Deutsches Historisches Museum
Ausstellungshalle von I. M. Pei

Unter den Linden
Hinter dem Zeughaus
10117 Berlin


Öffnungszeiten
Täglich 10-18 Uhr
Freitags 10-21 Uhr

Eintritt
€ 6,–

Link zur Ausstellung

Beschreibung der Ausstellung

Wie war Hitler möglich? Warum konnte ein politisch und gesellschaftlich »unbeschriebenes Blatt«, das Adolf Hitler bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr war, in kurzer Zeit politische Massenwirkung erzielen und eine fast uneingeschränkte Macht ausüben? Selbst Diplomaten, Wehrmachtsoffiziere und Wirtschaftsführer folgten einem Autodidakten, dessen einzige Begabung in seiner Rhetorik und Agitation lag. Die nationalsozialistische Propaganda hat Hitlers Macht immer wieder mit seinem vermeintlichen »Genie« erklärt. Aber sein Aufstieg ist weniger seinem Charakter oder seinem vermeintlichen Eigen-Charisma zuzuschreiben. Vielmehr lässt er sich aus den politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erklären, die die Deutschen veranlassten, ihre Ängste und Erwartungen auf Hitler zu projezieren und ihn somit zu ermöglichen. Hitlers Aufstieg und Macht lassen sich darum nur mit den gesellschaftlichen Bedingungen seiner Zeit erklären.

»Hitler ausstellen« heißt deshalb, die Verschränkung von Hitler und »seinen« Deutschen aufzuzeigen sowie den Herrschaftsmechanismus von Konsens und Gewalt hervorzuheben. Dieses Wechselverhältnis wird in der Ausstellung in drei chronologisch und thematisch konzipierten Abschnitten präsentiert: Die erste Phase - »Hitler unter den Deutschen« - beginnt mit dem Jahr 1919 als entscheidender Zäsur. Das Ende des Ersten Weltkriegs und der Beginn der Weimarer Republik bilden den Auftakt für Hitlers Politisierungsprozess und die Gründung der NSDAP 1919/20. Führererwartungen und nationalistisch-politische Ideologien, die in der Zeit virulent waren, bereiteten den Boden für Hitlers Führungsanspruch in der Partei. Am Ende steht die nationalsozialistische Partei als Massenbewegung.

Die zweite Phase - »Hitler und die Deutschen« -, der Hauptteil der Ausstellung, umfasst verschiedene Aspekte des Verhältnisses von »Führer« und »Volk«. Sie ist, wie auch hier im Heft, mit einer Bildchronik aus der Zeit von 1933 bis 1945 illustriert. Die Gleichschaltung vollzog sich im Zusammenspiel von autoritärer Verfassung des Staates »von oben« und revolutionären, zerstörerischen Ansprüchen der NS-Massenbewegung »von unten«. Die sozialen Verheißungen und Erfolge des Führerstaates ließen über die Ausgrenzung und Verfolgung der politisch-ideologisch definierten Gegner hinwegsehen oder diese sogar gutheißen. Die Loyalität zu Hitler hielt im Krieg, obschon sich der Druck auf die Gesellschaft erhöhte. Mit der verschärften Praxis einer rassischen »Volksgemeinschaft« vertieften sich die Trennlinien zwischen der Mehrheit der Kriegsgesellschaft und den Ausgegrenzten, Verfolgten und Versklavten.

Die dritte Phase thematisiert »Die Deutschen nach Hitler«. Die politischen, sozialen und mentalen Hinterlassenschaften der NS-Herrschaft belasteten über Generationen die Deutschen, ihre persönlichen Erinnerungen und ihre nationale Identität. Facetten der Auseinandersetzung mit Hitler reichen bis in die Gegenwart.